Boxspring oder Schlafsystem – lässt sich sagen, was besser ist?

Boxspringbetten versprechen viel. Wolkengleichen Schlaf z.B. Das gibt's aber auch mit viel weniger Aufwand: gute Naturlatexmatratzen können ganz locker mithalten.

Glaubt man den Werbebotschaften, schläft es sich plötzlich nirgends bequemer als im sogenannten Boxspringbett. Das ist zumeist eine hohe Holzkiste mit Federkernen und einer doppelten Matratze, obenauf noch eine dünne Matratze, Topper genannt. Drumherum oft üppiges textiles Polster und am oberen Ende ein ausladendes Kopfhaupt. Der Trend kommt aus Amerika und Skandinavien nach Deutschland und verbreitet sich schnell und das trotz teilweise stattlicher Preise. Warum ist das so?

Was das Boxspringbett auszeichnet, ist einerseits die Liegehöhe, die besonders leichtes Ein- und Aussteigen verspricht. Andererseits soll es besonders komfortabel sein durch die doppelte und dreifache Versorgung mit Matratzen und relativ langlebig durch den Einsatz von Federkern. Die QUL-Matratzenhersteller sind allerdings anderer Ansicht. Kaum etwas ist so punktelastisch wie Naturlatex, der genau da nachgibt, wo der Körper am schwersten ist und einsinken will. Passend zum eigenen Körpergewicht und Körperbau ausgewählt, entsteht auf einer Naturlatexmatratze nicht das Gefühl, ohne festen Halt obenauf zu schwimmen, was sich mancher Boxspringbett-Konstruktion nachsagen lässt.

Auch in Punkto Haltbarkeit ist eine Naturlatexmatratze vielen anderen Materialien überlegen, wie eine Prüfung von Stiftung Warentest 2014 gezeigt hat. Liegekuhlen als Zeichen eines deutlichen Qualitätsverlustes gibt es bei Naturlatexmatratzen kaum. Baubiologen bevorzugen meist Naturlatexmatratzen in Kombination mit einem metallfreien Lattenrost, denn die im Boxspring üblichen Stahlfedern sind magnetisierbar und können das natürliche Erdmagnetfeld beeinflussen. Auch wenn es dazu widersprüchliche Untersuchungen gibt – nach Ansicht vieler Baubiologen kann das den Schlaf beeinträchtigen.

Mit der zum Schlaftyp passenden Auflage aus Naturmaterialien wie Wolle oder Baumwolle lässt sich zudem das ideale individuelle Schlafklima schaffen. Die sogenannte Komforthöhe lässt sich mitunter sogar mit dem eigenen Bettgestell erreichen, indem man zusätzliche Auflageleisten einbaut oder vom Schreiner einbauen lässt.