Herstellung

Der lange Weg von der Kautschukmilch zur fertigen Naturlatexmatratze

Latex ist der Name für den weißen Milchsaft, der aus dem ursprünglich in Brasilien beheimateten Kautschukbaum (Hevea brasiliensis) gezapft wird. Er ist im Grundsatz ein nachhaltiges Produkt. Ist der Gummibaum nach mindestens 6 Jahren Wachstum erntereif, kann er bis zu 25 Jahre lang täglich etwa 50-80 Gramm Gummimilch liefern. Der Anbau erfolgt fast ausschließlich in Plantagen, die heute zumeist in Südostasien liegen.

 

Vergleichbar unseren Milchbauern sammelt der Gummibauer die Ernte eines Tages in einem Sammelbehälter, den er zur zentralen Abnahmestelle bringt.
Die zentrifugierte Latexmilch wird entweder direkt verarbeitet oder exportiert.

 

Die meisten Matratzenkerne aus Naturlatex werden nach dem Dunlop-Verfahren gefertigt. Unter Zufügung verschiedener Hilfsmittel (u.a. Schwefelverbindungen) wird die zentrifugierte Latexmilch aufgeschäumt. Dabei entstehen kleine, im Schaum eingeschlossene Luftbläschen, die für die  Naturlatex-typische Elastizität sorgen. Mit der Menge an zugeführter Luft lässt sich der Härtegrad der Matratze regulieren. Je mehr Bläschen, desto weicher wird die spätere Matratze. Anschließend wird der Latexschaum in hitzebeständige Formen gegossen, in die sogenannte Heizstifte eingearbeitet sind. Mit Hilfe von Dampf wird dann die Vulkanisierung in Gang gesetzt und der Schaum in der verschlossenen Form ‚gebacken‘.

Die Heizstäbe hinterlassen die für Latexmatratzen charakteristischen senkrechten, tunnelartigen Löcher, die über die spezifischen Liegeeigenschaften der Matratze entscheiden. Denn wo der Latexkern ein solches Loch aufweist, kann der Körper tiefer einsinken, d.h. die Matratze ist an dieser Stelle weicher. Für Mehrzonen-Matratzen, die im Schulter und Beckenbereich besonders komfortabel sind, werden zusätzlich waagrecht verlaufende Heizstäbe eingesetzt. Der fertige Latexkern wird anschließend gewaschen, um eventuell noch vorhandene Reste von Latex-eigenen Eiweißen auszuspülen. Das ist wichtig, weil Latexallergiker auf diese Proteine reagieren.

Auch die Weiterverarbeitung der Latexkerne zu Matratzen ist größtenteils reine Handarbeit. Je nach Kundenanforderung werden Zonendesign und Härtegrad ausgewählt und ein Bezug genäht. Ob die Matratze als ‚Latex pur‘ in ihre Hülle kommt oder noch mit anderen Polstermaterialien kombiniert wird, hängt von den individuellen Liegebedürfnissen des Käufers ab. QUL-zertifizierte Matratzen sind immer aus Naturprodukten und werden zum allergrößten Teil in Manufakturen im deutschsprachigen Raum gefertigt.